Meine kleine Schwarze

Meine kleine Schwarze

Über die Sigma DP1 gehen die Meinungen nach wie vor ziemlich auseinander. Dazu muss man sich nur einmal die Einträge in diversen Foren anschauen. Entscheidend ist, glaube ich, was einem beim Fotografieren selbst wichtig ist. Ich habe die DP1 im August bei einer ebay-Auktion neu für 190 Euro erstanden, ein Angebot, was ich nicht ablehnen konnte. Klar, die Schwächen der Sigma liegen auf der Hand. Ewig lange Bildverarbeitung, zumindestens wenn man im RAW-Format fotografiert, ein Blitz , den man wirklich nur zum Aufhellen verwenden kann, kein Zoom, kein Bildstabilisator. Einen optischen Sucher muss man teuer dazukaufen und den vermiss ich total, mit dem Monitor allein komm ich insbesondere bei Sonne nicht gut zurecht.

Aber nun zum entscheidenden Vorteil: Die Sigma DP1 enthält einen Sensor, wie er sonst nur in digitalen Spiegelreflexkameras verbaut wird, der ist deutlich größer, als das, was man gemeinhin in den Kompaktkameras findet. Dazu kommt,  dass anders als die in den meisten Kameras üblichen CMOS- oder CCD-Sensoren, die eigentlich farbenblind sind und allein durch Verrechnen unterschiedlicher gefilterter, nebeneinander angeordneter Sensorelemente ein Farbbild generieren, der von Sigma bereits seit dem ersten DSLR-Modell verwendete Foveon-Farbsensor das Licht in einer dem mehrschichtigen Farbfilm vergleichbaren Weise aufzeichnet. Das alles hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildqualität. Eigentlich ein Traum, eine Kompakte, die Fotos wie eine SLR macht. Aber die Technik hat hier noch ihre Grenzen. Die Bildinformationen des großen Sensors wollen verarbeitet werden. Die dafür benötigte Elektronik muss in dem kleinen Gehäuse untergebracht, die Prozessorwärme abgeleitet werden. Und das geht nur mit weniger Geschwindigkeit. Für einen Bildstabilisator und andere Features, die man von herkömmlichen Kompakten kennt, blieb auch kein Platz.

Offensichtlich hat die Beschränkung auf das Wesentliche beim Käuferpublikum nicht sonderlich gezogen, denn die Kamera wurde zuletzt für unter 200 Euro verramscht. Mir jedenfalls gefällt das Puristische der Kamera. Less is more! Außerdem zwingt die  Festbrennweite dazu den Bildausschnitt sorgfältig auszuwählen und gegebenfalls zu erlaufen. Klar, nichts für Schnappschüsse, Sportaufnahmen und umher wuselnde Kinder, aber für Motive die einem Zeit lassen.

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