Trick or treat

Halloween, das ist doch schon wieder sowas Neumodisches aus Amerika. Gabs doch früher nicht! Viele unserer Nachbarn verleugnen sich und öffnen den kleinen Gespenstern und Hexen nicht die Türen. Und Süßes bekommen die kleinen Quälgeister auch nicht, dafür setzt es dann von den frustrierten Kleinen mitunter Saures in Form von mit Zahnpasta eingeschmierten Türklinken. Zugegeben hat gerade in Erfurt  “Martini“, wenige Tage später, an dem uns die Kinder mit ihren Laternen und den Liedern, die vom Heiligen Martin oder von der mitgebrachten Laterne handeln, schon wieder behelligen, die größere Tradition. Und eine reichliche Woche vorher auch schon was Süßes, wegen einer ausgesprochenen Drohung ? Das geht dann doch vielen zu weit. Da steckt wohl doch noch eine ganze Portion latenter Anti-Amerikanismus, der in Ostdeutschland durch die 40 Jahre DDR noch etwas ausgeprägter zu sein scheint, mit drin. Dabei hat Halloween, eigentlich All Hallows Even, also der Abend vor Allerheiligen eine christliche Tradition und kommt ursprünglich nicht aus Amerika, sondern aus dem katholischen Irland. Die irischen Einwanderer brachten das Fest um 1830 dann mit nach Amerika und von dort gelangte es wieder nach Europa und ist seit ein paar Jahren auch in Thüringen angekommen.

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