Bokeh

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„Thomas, wie machst du das, dass in deinen Fotos der Hintergrund so schön verschwommen ist ? Mit meinem iphone klappt das gar nicht.“, bin ich neulich gefragt worden. Diesen Effekt, der bewußt genutzten Unschärfe in der Bildgestaltung nennt man Bokeh. Das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet unscharf, verschwommen, zerstreut. In der Fotografie steht der Begriff für die Qualität des Unschärfebereichs.  Da wir unsere Umwelt dreidimensional wahrnehmen, eine Kamera aber nur  zweidimensionale Fotos produziert benötigen wir ein Gestaltungsmittel , dass den Bildern Tiefe vermittelt und bildwichtige Teile hervorhebt. Neben Helligkeits- und Kontrastunterschieden bieten sich besonders Schärfedifferenzen an. Der Fotograf hat in solchen Fällen die Möglichkeit, den bildwichtigen Vordergrund scharf darzustellen und den Hintergrund in der Unschärfe zurücktreten zu lassen. Zur Definition eines Qualitätsmaßstabs für diese offensichtlich so wichtige Unschärfe wurde das japanische Wort „Bokeh“ entliehen und neu geprägt. Wie erzeugt man nun ein schönen Bokeh und warum bekomme ich das mit meinem iphone oder meiner Kompaktkamera nicht hin. Die Antwort hat wie immer die Physik, hier im Speziellen die Strahlenoptik parat. Wie kann man nun ein ansprechendes Bokeh erzeugen? Die Basis bildet die beschriebene, extrem geringe Schärfentiefe. Diese hängt bei Aufnahmen hiervon ab:

  • der Brennweite (länger = besser),
  • der Blende (größer = besser, wobei eine kleinere Blendenzahl eine größere Blende angibt, f/2,8 ist größer als f/5,6),
  • der Gegenstandsweite (kürzer = besser)
  • Hintergrundabstand (je weiter entfernt, desto besser).
  • der Sensor (größer = besser)

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Warum gehts also beim Smartphone oder einer einfachen Kompakten nicht? Weil dort sehr kleine Sensoren verbaut sind und um auf den entsprechenden Bildwinkel zu kommen, werden dort Objektive mit sehr kurzen Brennweiten verbaut, die meist durchgängig scharf abbilden.  Übrigens haben Objektive mit einer Festbrennweite meistens ein schöneres und ruhigeres Bokeh als Zoomobjektive, deren Linsen meist auf Schärfe getrimmt sind. Meine Fotos hab ich mit einer Sony A7 und dem Tokina 90mm 2.5 Macro bei offener Blende gemacht, also lange Brennweite, große Blende, kurze Gegenstandsweite, großer Sensor! Übrigens hat das Objektiv den Spitznamen „Bokina“. Beim nächsten mal erklär ich dann, was es mit den Zerstreungskreisen auf sich hat.

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